Tom und Misha - freedom for dolphins and whales

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Lebensgeschichten
10.03.2016
Tom und Mishas Geschichte
Große Tümmler, 6 Jahre Gefangenschaft, in Hisarönü, Fethiye,Türkei

Tom und Misha finden sich in unserem alten Logo wieder, in dem Augenblick wo sie in die Freiheit schwimmen. Kein anderes Bild ist für uns symbolträchtiger und gibt uns immer wieder die Kraft für unseren Kampf gegen wesentlich "stärkere" Gegner.
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Bild © 2012 by Jeff Foster
Tom und Misha wurden 2006, im Alter von ungefähr 6 Jahren, in der Ägäis gefangen. Die ersten 4 Jahre verbrachten sie in Kas in einem Käfig. Von dort wurden sie nach 4 Jahren in die Gebirgsstadt Hisarönü in einen kleinen Pool gebracht. Touristen konnten sich dort für 40 Euro an ihren Rückenflossen durchs Becken ziehen lassen. Das Filtersystem arbeitete so schlecht, dass der Boden mit totem Fisch und Delfinkot bedeckt war. Internationale Proteste sorgten daraufhin für die Schließung des Delfinariums. Die Rettung in letzter Minute wurde durch Tausende von Anhängern von "Born Free", "Dolphin Angels" und "Freedom to Dolphins" möglich. Als Tom und Misha aus dem Pool gezogen wurden, waren sie mehr Tod als lebendig.

Anfang September 2010 schaltete sich die britische Organsiation Born Free ein und so kamen Tom und Misha nach Karaca. Als Jeff Foster Anfang Januar 2011, die beiden Großen Tümmler Tom und Misha das erste Mal sah, ging es ihnen noch immer sehr schlecht. Jeff Foster hatte eine ähnliche Geschichte wie Richard O'Barry. Jeff Foster fing noch bis 1990 Orcas für SeaWorld und so war die Skepsis bei Born Free sehr groß. Allerdings wollte man auf sein enormes Wissen nicht verzichten. 

Jeff Foster hatte seinen ersten Orca gefangen, weil er es für die beste Methode hielt, eine wenig bekannte Art besser zu erforschen. Doch als er die Klagerufe der erbeuteten Jungtiere hörte, merkte er: "Man kann kein gutes Gefühl dabei haben, wenn man ein Wesen aus seiner Welt herausreißt." Anders als andere weigerte er sich auch die Tiere hungern zu lassen und versuchte sie mit seinen Händen und seiner Stimme zu beruhigen.

Für Jeff Foster war das Projekt "Tom und Misha" ein Versuch seine früheren Taten wieder gut zu machen. Begleitet von einem guten Gefühl, machte er sich an die Arbeit.

Jeff Foster musste die selben Mittel anwenden wie sie weltweit in Delfinarien angewendet werden, nur diesmal nicht mit dem Ziel die beiden für die Gefangenschaft fit zu machen, sondern sie zu wilden Delfinen zu machen, welche lebenden Fisch jagen und fangen können und vieles mehr. Das Leben eines Delfins in Gefangenschaft spielt sich fast ausschließlich über Wasser ab, ein Delfin in Freiheit kommt fast nur zum Luft holen an die Wasseroberfläche. Sie mussten sich auch wieder daran gewöhnen andere Meereslebewesen zu sehen.

Aber nicht nur das Training war eine Herausforderung. Eine Infektion im Sommer 2011 machte alle bisherigen Bemühungen zu nichte. Tom und Misha mussten wieder gefüttert werden und bekamen Antibiotika. Obwohl Tom und Misha selbst in der Enge der Gefangenschft über 6 Jahre nie die besten Freunde wurden, sorgte sich Tom um den kranken Misha, schob ihn zum Atmen an die Wasseroberfläche und brachte ihm Fisch zum fressen. Auch einige Bewohner des Dorfes Karaca wurden zum Problem. Sie hatten die Nase voll von Delfinen in ihrer Bucht, zerstörten Reifen an Autos, zerkratzten diese und drohten sogar den Mitarbeiterinnen mit Vergewaltigung. Daraufhin wurde das Gehege auf die andere Seite der Bucht gezogen.

Letztendlich hatten Jeff Foster und Born Free es geschafft. Der Tag der Auswilderung war gekommen, nachdem Jeff Foster mit vielen Tricks aus den "zahmen", wieder wilde Delfine gemacht hatte. Am 9. Mai 2012 versammelten sich alle Mitarbeiter und Helfer in der Nähe des Geheges, als ein Taucher die Tür im Netz des Geheges öffnete. Wenn noch irgendwelche Zweifel bestanden, so waren diese schnell ausgeräumt, als zuerst Tom und dann auch Misha das Gehege verliessen und mit Hochgeschwindigkeit die Bucht verliessen. Die Beiden mit Sender ausgestatteten fraßen nach nur sechs Stunden ihre selbst erbeuteten Fische und gesellten sich zu einem Delfin. Innerhalb von 48 Stunden legten die beiden über 100 km zurück, spielten mit anderen Delfinen und fingen Fische im Team. Zunächst schwammen Tom und Misha Richtung Izmir, aber nach 5 Tagen trennten sich ihre Wege. Toms Sender funktionierte bis Mitte Oktober und Mishas bis Ende November. Lang genug um zu wssen, dass sich die Delfine an die neue Freiheit in der Ägäis gewöhnt hatten.

Nach 20 Monaten und einer Millionen Dollar, war der Beweis erbracht. Delfine in Gefangenschaft können wieder lernen im Meer zu überleben.
Jeff Foster, Cynthia Marin und Christoph Küppers im Gericht in Amsterdam
Christoph Küppers (Gründer von freedom for dolphins and whales) hatte 2012 bei einem Gerichtstermin in Amsterdam für die Freiheit von Morgan, bei dem auch Jeff Foster sich für die Freiheit von Morgan stark machte, die Gelegenheit ihm zur erfolgreichen Auswilderung von Tom und Misha zu gratulieren. Er unterstütze auch die Meinung von Christoph Küppers, das man mit unlimitierten Mitteln, wie Experten, Geld und Zeit, auch in Gefangenschaft geborene Delfine auswildern kann.
Dieses Video zeigt den schweren Weg von Tom und Misha zurück in die Freiheit (Englisch). Wir gratulieren Jeff Foster und der Born Free Foundation zur erfolgreichen Auswilderung von Tom und Misha.
Back to the Blue - Captive Dolphins return to the Wild
Zurück ins Blau - Delfine aus der Gefangenschaft kehren in die Wildnis zurück
Video © 2015 by Born Free Foundation
 
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