Taiji, Japan - freedom for dolphins and whales

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Fangen & Schlachten
21.03.2016
Taiji, Japan

Taiji ist eine Küstenstadt im Landkreis Higashimuro der Pärfektur Wakayama, Japan

In Taiji leben rund 3300 Menschen auf einer Fläche von ca. 6 km².
Neben dem im Walmuseum befindlichen Delfinarium existieren noch zwei weitere in Taiji, das „Dolphin Resort” und die „Dolphin Base”. 
Taiji, Präfektur Wakajama, Japan
Bild © 2016 by Google Earth
Fangsaison und Quoten

Die Treibjagd auf Delfine und Wale beginnt alljährlich am 1. September und dauert bis Ende März des folgenden Jahres an. Effektiv wird allerdings ganzjährig Jagd auf die Meeressäuger betrieben. Außerhalb der Saison jagt man die Tiere mit Harpunen auf dem offenen Meer. 
In Japan werden Delfine und Wale nicht ausschließlich in Taiji gejagt. Die Gesamt-fangquote für Japan in der Saison 2015/2016 liegt bei  15.066, Taiji trägt zu dieser Zahl alleine 2.344 Tiere bei. 

Die Fangquote für Taiji (Treibjagd) 2015/2016 setzt sich aus folgenden Einzelquoten zusammen:
  • Grosser Tümmler: 462
  • Kleiner Schwertwal: 70
  • Schlankdelfine: 400
  • Pazifischer Weißseitendelfin: 134
  • Rundkopfdelfine: 256
  • Kurzflossen-Grindwale: 101 
  • Streifendelfine: 450

Die Fangquote für Taiji (Harpune) 2015/2016 setzt sich aus folgenden Einzelquoten zusammen:
  • Grosser Tümmler: 52
  • Schlankdelfine: 70
  • Pazifischer Weißseitendelfin: 36
  • Rundkopfdelfine: 213
  • Streifendelfine: 100
Fast jeden Morgen fahren die 12 Treibjagdboote gegen 6 Uhr (22 Uhr MEZ) raus aufs Meer um ihre Opfer, Delfine und Kleinwale, zu suchen. Hat eines der Treibjagdboote eine unschuldige Delfinfamilie gefunden, versammeln sich die Treibjagdboote um die Delfine gemeinsam Richtung Taiji zu treiben. Durch das Schlagen mit einem Hammer, auf eine seitlich vom Treibjagdboot im Wasser hängende Eisenstange, wird ein Geräuschvorhang erzeugt, dem die Delfine versuchen zu entkommen. 
Trailer zum Oscar-prämierten Dokumentarfilm
 "Die Bucht/The Cove"
Video © 2009 by  Oceanic Preservation Society
In den Tiefen Gewässern und am Anfang der Treibjagd, wenn sie noch nicht erschöpft sind, haben die Delfine noch eine Chance zu entkommen. Sobald sie im Flachwasser vor Taiji angekommen sind und teilweise bis zu 6 und mehr Stunden getrieben wurden, ist ihr Schicksal besiegelt. Sie werden in die berüchtigte Bucht getrieben. Dort wird ihnen der Weg zum offenen Meer mit Netzen versperrt.
Bild © 2013 by Martyn Stewart, naturesound.org
Das weitere Vorgehen hängt von der Art der Delfine, der Größe der Delfinfamilie und der Tageszeit ab. 

Besteht die Delfinfamilie z.B. aus Großen Tümmlern (Flipper Delfinen, besonders beliebt in Delfinarien), so werden die Trainer der drei Delfinarien in Taiji informiert. 
Diese kommen in die Bucht, um die schönsten Exemplare für ein trostloses "Leben" in Gefangenschaft auszuwählen und von den anderen Familienmitgliedern zu trennen. 
Sie werden dann in die Meeresgehege an der Hafeneinfahrt von Taiji gebracht, während ihre Familienangehörigen, welche nicht hübsch genug sind, an den Tötungsstrand der Bucht gezogen werden, einen Metallstab ins Rückenmark gebohrt bekommen, dadurch teilweise gelähmt sind und langsam verbluten. Damit sich die Bucht weniger rot färbt, wird ihnen in das entstandene Loch ein Holzkorken gedrückt, welcher ihren Todeskampf noch verlängert. Generell gehen die Delfinmörder nicht zimperlich vor. Sie überfahren mit ihren kleinen Motorbooten die Delfine und verletzen sie dabei mit den Schrauben der Außenbordmotoren oder sie befestigen Seile an ihren Schwanzflossen um sie an den Tötungsstrand zu ziehen und lassen die Delfine dabei ertrinken, weil sie nicht mehr an die Oberfläche zum atmen kommen können. In Panik versuchen die Delfine über die Klippen oder durch die Netze zu entkommen. Beim Springen auf die Klippen verletzen sich die Delfine an den scharfkantigen Felsen. In den Netzen verfangen sie sich und ertrinken dort, wenn kein Delfinmörder kommt um sie rechtzeitig zu befreien. Das Training der gefangenen Delfine beginnt sofort mit Nahrungsentzug und der Gewöhnung daran toten Fisch, den sie in Freiheit nie essen würden, zu essen. Dabei kommt den Trainern die Tatsache, das Delfine keinen Würgereflex haben, zugute. Es ermöglicht den Trainern, die toten und mit Medikamenten präparierten Futterfische tief in den Rachen der Delfine zu stopfen. Damit die gefangenen Delfine dies alles überhaupt überstehen, bekommen sie jetzt schon Medikamente mit ihrem toten Futterfisch verabreicht. Die abgeschlachteten Delfine werden mit kleinen Motorbooten zum Schlachthaus in Taiji gebracht, wo sie zu Nahrundsmitteln für die Bevölkerung verabeitet werden. Das diese mit Quecksilber verseucht und eigentlich nicht zum Verzehr geeignet sind, ist den Delfinmördern und Verkäufern egal.
Andere Delfinarten werden nur selten für Delfinarien in Gefangenschaft genommen. Sie werden in der Regel genauso grausam Abgeschlachtet, wie die Großen Tümmler.
Bilder © 2012 by Nicole McLachlan
Bilder © 2013 by Martyn Stewart, naturesound.org
Ist die Delfinfamilie sehr groß oder die Delfine erst sehr spät in der Bucht eingeschlossen, dann gehen die Delfinmörder nach Hause und überlassen die Delfine ihrem Schicksal in der berüchtigten Bucht bis zum nächsten Tag.
Bilder © 2012 by Nicole McLachlan
Bei sehr großen Delfinfamilien oder Sturm, kann es mehrere Tage dauern bis die Delfinmörder sich um ihre Beute kümmern. Bis dahin kuscheln sich die Delfine ein letztes Mal aneinander, die Älteren versuchen die Jüngeren schützend in die Mitte zu nehmen, bevor ihr grausames Schicksal in Taiji entschieden wird. Während dieser Zeit haben sie keine Nahrung und da Delfine ihre Flüssigkeit mit den Fischen die sie fangen aufnehmen, auch keine Flüssigkeit. In den letzten Jahren konnten wir beobachten, das Delfine bis zu 6 Nächte in der Bucht verbingen mussten. Teilweise waren sie während dieser Zeit starken Stürmen und dem aufgewühlten Meer schutzlos in der Bucht ausgeliefert.  Auch die gefangenen Delfine in den Meeresgehegen leiden an solchen Tagen, da diese zu klein und nicht tief genug sind um den Naturgewalten auszuweichen und Widerstand zu leisten.
In der Regel hat sich das Schicksal der Delfine und Kleinwale bis 13 Uhr (5 Uhr MEZ) entschieden. Die Aktivisten nennen solche Tage "rote Bucht Tag" und Bilder und Nachrichten der Sea Shepherd Cove Guardians und Dolphin Project Cove Monitore gehen über die Social Media Kanäle, facebook, Instagram, Twitter, YouTube und google+ um die Welt.

Haben die Treibjagdboote bis ungefähr 10 Uhr (2 Uhr MEZ) keine Delfine gefunden, kehren sie mit leeren Händen in den Hafen von Taiji zurück. Ein solcher Tag, wird bei den Aktivisten weltweit als "blaue Bucht Tag" beschrieben und entsprechend gefeiert.
Bild © 2013 by Martyn Stewart, naturesound.org
Der Großteil der Opfer Taijis gehört aber nicht zu den direkt zählbaren, die von den Sea Shepherd Cove Guardians und den Dolphin Project Cove Monitoren erfasst werden können. Schon bei der erbarmungslosen, oft mehrere Stunden dauernden Treibjagd ertrinken viele Tiere aufgrund des Stresses und der Erschöpfung.
Dazu kommen noch unzählige Jungtiere, die nach der Separierung der Tiere aus der Bucht wieder aufs offene Meer hinausgetrieben werden. Hierbei handelt es sich nicht um einen Gnadenakt. Die Tiere zählen somit nicht zur Fangquote, die nicht auf junge – und damit zu leichte – Tiere verschwendet werden soll.

Vom Morgengrauen bis zum Tod - Die Delfine von Taiji
Video © 2012 by  Martyn Stewart, naturesound.org

Trotzdem wird ihr Todesurteil lächelnd unterschrieben, denn ohne erwachsene Tiere und den Sozialverbund ihrer Schule haben die jungen Meeressäuger kaum eine Chance zu überleben, da sie entweder verhungern oder selbst leichte Beute für andere Jäger, wie z.B. Haie, werden.
Tage später findet man immer wieder Delfin-Kadaver an der Küste Taijis, die meisten Opfer verenden aber einfach unbemerkt im Meer.
Bild © 2012 by Nicole McLachlan
Die Grausamkeiten in Taiji werden von einigen wenigen Einwohner durchgeführt. Die Mehrheit der ungefähr 3.300 Einwohner steht eher auf der Seite der Aktivisten vor Ort, können dies allerdings nicht öffentlich zeigen. Sie hätten mit Japanischen Nationalsozialisten (der japanischen Mafia), die lokalen Delfinmörder und den Bürgermeister zu kämpfen und ein Arbeitsplatzverlust ist durchaus möglich. 
Wenn sich diese Menschen zu unserer Seite öffentlich bekennen würden, müssten sie auch ihre Heimat, Taiji verlassen. Aus diesem Grund lehnen wir allgemeine Boykottaufrufe und Verallgemeinerungen ab, den viele der Bewohner in Taiji stehen auf unserer Seite und auch in Tokyo finden regelmäßig Proteste von japanischen Menschen gegen das Abschlachten der Delfine und Kleinwale in Taiji statt. Sie alle haben mit den oben genannten möglichen Konsequenzen zu rechnen. Für uns in Deustchland ist es wesentlich einfacher und in der Regel mit keinen Existenzbedrohenden Konsequenzen verbunden, wenn wir gegen Unrecht protestieren.
 
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